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Unfall und Trauma — Der Weg zurück beginnt im Sanitätshaus
8,7 Millionen Unfälle pro Jahr in Deutschland. Ein Moment der Unachtsamkeit, ein nasser Boden, ein Autounfall — und plötzlich ist nichts mehr wie vorher. Knochenbrüche, Bänderrisse, Amputationen, Schädel-Hirn-Traumata — die Bandbreite ist riesig, und jede Verletzung stellt das Leben auf den Kopf. Die gute Nachricht: Die Unfallmedizin und Rehabilitation in Deutschland gehören zu den besten der Welt. Und wir sorgen dafür, dass Sie mit den richtigen Hilfsmitteln so schnell und so gut wie möglich zurück ins Leben finden.
Unfälle in Deutschland — die Zahlen
- 8,7 Millionen Unfälle pro Jahr insgesamt
- 3,1 Millionen davon zu Hause und in der Freizeit
- 1,0 Millionen Arbeits- und Wegeunfälle
- 2,6 Millionen Verkehrsunfälle (davon 360.000 mit Personenschaden)
- 1,7 Millionen Sportunfälle
- 130.000 Oberschenkelhalsbrüche (fast alle bei älteren Menschen durch Stürze)
- 60.000 Amputationen pro Jahr — zwei Drittel davon als Folge von Diabetes und Durchblutungsstörungen
Häufige Unfallverletzungen und ihre Versorgung
Knochenbrüche (Frakturen)
Die häufigste schwere Unfallverletzung. Je nach Lokalisation und Schwere erfordern Brüche unterschiedliche Hilfsmittel:
Beinbrüche (Oberschenkel, Unterschenkel, Sprunggelenk, Fuß):
- Unterarmgehstützen — Standard bei jedem Beinbruch. 6–12 Wochen Teilbelastung, dann langsamer Übergang zur Vollbelastung
- Rollstuhl — für längere Strecken während der Heilungsphase, besonders bei Oberschenkelbruch
- Beinorthesen — stabilisieren nach Plattenentfernung oder bei komplexen Brüchen
- Sprunggelenkbandagen — nach Sprunggelenkfraktur: Stabilisierung beim Übergang zur Vollbelastung
- Vakuum-Stiefel (VACOped): Alternative zum Gips bei Sprunggelenk- und Fußfrakturen — abnehmbar, einstellbar, deutlich komfortabler
Armbrüche (Oberarm, Unterarm, Handgelenk):
- Armorthesen — stabilisieren das Handgelenk oder den Ellenbogen nach Fraktur
- Handgelenkbandagen — nach Radiusfraktur (häufigster Armbruch!) für die Phase nach der Ruhigstellung
- Schulter-Abduktionskissen: Bei Oberarmkopffraktur — hält den Arm in der richtigen Position
Beckenbrüche:
Wirbelbrüche:
- Rumpforthesen — stabilisieren die Wirbelsäule während der Knochenheilung. Bei Osteoporose-bedingten Wirbelbrüchen oft die einzige Therapie
- Rückenbandagen — nach der akuten Phase zur Unterstützung und Schmerzlinderung
Bänder- und Sehnenverletzungen
Bänderrisse, Sehnenrisse und Verstauchungen — typische Sport- und Unfallverletzungen:
- Kreuzbandriss: Knieorthese mit einstellbarem Bewegungsumfang — 6–9 Monate Rehabilitation
- Außenbandriss Sprunggelenk: Sprunggelenkorthese — stabilisiert, während das Band heilt
- Achillessehnenriss: Spezialschuh mit Keilabsatz (die Ferse wird schrittweise abgesenkt) — oder nach OP eine Unterschenkelorthese
- Rotatorenmanschettenriss (Schulter): Schulter-Abduktionskissen für 4–6 Wochen
- Kniebandagen, Ellenbogenbandagen, Handgelenkbandagen — in der Aufbauphase nach der Ruhigstellung
Amputation
Die einschneidendste Unfallfolge — aber dank moderner Prothetik kein Ende der Mobilität:
- Beinprothesen — von der Interimsprothese (Übergangsprothese direkt nach der OP) bis zur definitiven Versorgung mit mikroprozessorgesteuertem Kniegelenk
- Armprothesen — myoelektrisch gesteuert: Muskelsignale im Stumpf steuern die Handprothese
- Prothesensysteme — Badeprothesen, Sportprothesen, Alltagsprothesen — für jede Lebenssituation
- Silikon-Prothesen — lebensecht, individuell modelliert — für Finger, Zehen, Hände
- Rollstuhl — in der Übergangszeit oder bei beidseitiger Amputation
- Elektrorollstuhl — bei Mehrfachamputationen oder zusätzlichen Einschränkungen
Schädel-Hirn-Trauma (SHT)
Von der leichten Gehirnerschütterung bis zum schweren SHT mit Langzeitfolgen — die Auswirkungen hängen stark vom Schweregrad ab:
- Leichtes SHT (Gehirnerschütterung): Ruhe, Schonung, kein Sport für Wochen. Meist vollständige Erholung
- Mittleres/schweres SHT: Kann zu Lähmungen, Sprachstörungen, kognitiven Einschränkungen führen — lange Rehabilitation nötig
Hilfsmittel nach schwerem SHT:
Querschnittlähmung
Rund 2.400 neue Fälle pro Jahr in Deutschland — durch Unfälle (Verkehr, Sport, Sturz), aber auch durch Erkrankungen (Tumore, Entzündungen). Die Versorgung ist komplex und hochindividuell:
- Aktivrollstuhl — leicht, wendig, individuell angepasst. Der Rollstuhl wird zum Sportgerät
- Elektrorollstuhl — bei hoher Querschnittlähmung mit Sondersteuerung (Kinn, Kopf, Sip-and-Puff)
- Elektroantrieb — nachrüstbar für Steigungen und lange Strecken
- Smoov One — kompakter Zusatzantrieb für den Rollstuhl
- C-Brace — computergesteuerte Beinorthese für inkomplette Querschnittlähmung — ermöglicht das Gehen
- Bionische Orthesen / Exoskelette — motorisierte Gehorthesen, die Stehen und Gehen ermöglichen
- Inkontinenzversorgung, Lagerungssysteme, Dekubitusprophylaxe
Verbrennungen
Die Phasen der Unfallrehabilitation
Phase 1: Akutversorgung (Krankenhaus)
- Operation, Wundversorgung, Schmerztherapie
- Erste Mobilisation — so früh wie medizinisch möglich
- Thromboseprophylaxe (Kompressionsstrümpfe + Heparin)
- Erste Hilfsmittelversorgung (Gehstützen, Orthesen, Rollstuhl)
Phase 2: Rehabilitation (Woche 2–12+)
- Stationäre Reha: 3–6 Wochen intensives Programm — Physiotherapie, Ergotherapie, ggf. Logopädie (nach SHT)
- Ambulante Reha: Weiterführende Therapie zu Hause oder in der Praxis
- Hilfsmittelanpassung: Orthesen, Prothesen, Bandagen werden im Verlauf angepasst und optimiert
- Wohnraumanpassung: Wohnumfeldberatung — besonders bei Rollstuhlversorgung oder längerer Gehunfähigkeit
Phase 3: Wiedereingliederung
- Rückkehr in den Beruf (stufenweise Wiedereingliederung / Hamburger Modell)
- Langfristige Hilfsmittelversorgung — Prothesen, Orthesen, Rollstühle brauchen regelmäßige Wartung und Anpassung
- Sportliche Rehabilitation — zurück zu Hobbys und Aktivitäten
- Psychologische Begleitung — Unfalltrauma, PTBS, Anpassungsstörung
BG-Unfälle: Besondere Versorgung nach Arbeitsunfall
Bei Arbeits- und Wegeunfällen übernimmt die Berufsgenossenschaft (BG) die Kosten — und zwar deutlich umfangreicher als die Krankenkasse:
- Bestmögliche Versorgung: Die BG zahlt nicht die günstigste, sondern die beste Lösung — auch Hightech-Prothesen und teure Orthesen
- Keine Zuzahlung: Alle Hilfsmittel, Reha und Therapie sind für den Versicherten komplett kostenfrei
- Verletztengeld: 80 % des Bruttogehalts während der Arbeitsunfähigkeit
- Umschulung: Wenn der alte Beruf nicht mehr möglich ist
- Rente: Bei dauerhafter Einschränkung der Erwerbsfähigkeit
Wichtig: Nach einem Arbeitsunfall müssen Sie einen Durchgangsarzt (D-Arzt) aufsuchen — nicht den Hausarzt. Nur so greift die BG-Versorgung. Wir sind mit allen großen Berufsgenossenschaften als Leistungserbringer zugelassen.
Hilfsmittel für zu Hause nach dem Unfall
Die erste Zeit zu Hause nach einem schweren Unfall ist herausfordernd. Diese Hilfsmittel machen den Alltag bewältigbar:
- Pflegebett — elektrische Verstellung, richtige Höhe, Aufstehhilfe. Besonders bei Bein-, Becken- und Wirbelbrüchen
- Toilettensitzerhöhung — mit Armlehnen für sicheres Aufstehen
- Duschhocker — sicher duschen, auch mit Gips oder Orthese
- Haltegriffe — im Bad und überall, wo Halt gebraucht wird
- Aufstehhilfen — Aufstehsessel oder elektrisches Sitzkissen
- Notrufsystem — besonders wenn Sie nach dem Unfall allein leben. Ein Knopfdruck genügt
- Wohnumfeldberatung — wir prüfen Ihre Wohnung auf Barrieren und Sturzfallen
Einlagen und Ganganalyse — die unterschätzte Nachsorge
Nach Unfällen an Bein, Becken oder Wirbelsäule verändert sich fast immer das Gangbild. Schonhaltungen werden zur Gewohnheit — und belasten andere Gelenke falsch:
Der psychische Aspekt: Trauma ist nicht nur körperlich
Ein schwerer Unfall hinterlässt nicht nur körperliche Narben:
- Posttraumatische Belastungsstörung (PTBS): Flashbacks, Albträume, Vermeidungsverhalten — betrifft 10–30 % der Schwerverletzten
- Anpassungsstörung: Trauer um verlorene Fähigkeiten, Wut, Hilflosigkeit
- Depression: Durch Schmerzen, Immobilität, Einsamkeit, Verlust der Unabhängigkeit
- Angst: Vor erneuten Stürzen, vor dem Autofahren, vor der Rückkehr zum Sport
Wichtig: Psychologische Behandlung ist Teil der Rehabilitation — bei BG-Unfällen sogar explizit vorgesehen. Scheuen Sie sich nicht, Hilfe anzunehmen.
Kostenübernahme: Wer zahlt was?
Arbeitsunfall (Berufsgenossenschaft)
- Alles: Beste verfügbare Versorgung, keine Zuzahlung, keine Genehmigungshürden
- Hilfsmittel, Reha, Therapie, Umschulung, Rente — aus einer Hand
Freizeitunfall (Krankenkasse)
- Hilfsmittel: Auf Rezept, Zuzahlung max. 10 €
- Orthesen, Prothesen, Bandagen: Kassenleistung, individuelle Anpassung
- Rehabilitation: 3 Wochen stationär (AHB), ambulant verlängerbar
- Pflegehilfsmittel: Bei Pflegegrad 40 €/Monat Pauschale
- Wohnraumanpassung: Bis 4.000 € pro Maßnahme bei Pflegegrad
Verkehrsunfall (Haftpflicht des Unfallverursachers)
- Die Haftpflichtversicherung des Verursachers zahlt alle Kosten — auch über den Kassenstandard hinaus
- Schmerzensgeld, Verdienstausfall, Umbaukosten für Wohnung und Auto
- Tipp: Dokumentieren Sie alle Hilfsmittelkosten und Eigenanteile — sie sind erstattungsfähig
Lettermann: Ihr Partner nach Unfall und Trauma
Wir versorgen Unfallpatienten seit Jahrzehnten — vom einfachen Beinbruch bis zur komplexen Polytrauma-Versorgung:
Nach einem Unfall zählt jeder Tag. Je früher die richtige Versorgung beginnt, desto besser das Ergebnis.
📞 02162 / 81 82 80