Altersbedingte Erkrankungen
Altersbedingte Erkrankungen

Altersbedingte Erkrankungen — Selbstbestimmt leben, auch wenn der Körper nachlässt

Älter werden ist keine Krankheit — aber der Körper verändert sich. Die Muskeln werden schwächer, das Gleichgewicht unsicherer, die Blase unzuverlässiger. Was mit kleinen Einschränkungen beginnt, kann ohne die richtige Unterstützung schnell zur Spirale werden: Unsicherheit → weniger Bewegung → mehr Abbau → Sturzangst → Isolation. Diese Spirale lässt sich durchbrechen — mit den richtigen Hilfsmitteln, der passenden Beratung und dem Mut, Hilfe anzunehmen.

Was sich im Alter verändert

Bereich Was passiert Auswirkung im Alltag
Muskeln Ab 50: 1–2 % Muskelmasse pro Jahr weniger (Sarkopenie) Aufstehen schwerer, Treppen mühsamer, Tüten zu schwer
Gleichgewicht Innenohr, Augen, Propriozeption lassen nach Unsicherer Gang, Schwanken, Sturzangst
Knochen Knochendichte nimmt ab (Osteoporose) Knochen brechen leichter, besonders Hüfte und Wirbel
Gelenke Knorpel verschleißt (Arthrose), Bänder weniger elastisch Morgensteifigkeit, Schmerzen bei Bewegung
Nerven Reaktionszeit langsamer, Gefühl in den Füßen nimmt ab Stolpern, Hindernisse zu spät bemerken
Gefäße Venen werden schwächer, Arterien verengen sich Schwere Beine, Schwellungen, Durchblutungsprobleme
Beckenboden Muskulatur erschlafft, Bindegewebe schwächer Blasenschwäche, Inkontinenz

Das Entscheidende: All diese Veränderungen sind normal — aber sie sind kein Grund, auf Lebensqualität zu verzichten. Für jedes Problem gibt es eine Lösung.

Die drei großen Themen im Alter

Sturzgefährdung — das unterschätzte Risiko

Jeder dritte Mensch über 65 stürzt mindestens einmal im Jahr. Ab 80 ist es jeder zweite. Die Folgen sind oft verheerend: Oberschenkelhalsbruch, Krankenhausaufenthalt, Pflegebedürftigkeit. Jeder Sturz kann der Anfang vom Verlust der Selbstständigkeit sein.

  • Zahlen: 130.000 Oberschenkelhalsfrakturen pro Jahr in Deutschland — 95 % durch Stürze
  • Das Tückische: Die meisten Stürze passieren zu Hause — im Bad, im Schlafzimmer, im Flur
  • Sturzangst: Nach dem ersten Sturz haben viele solche Angst vor dem nächsten, dass sie sich kaum noch bewegen — und genau das erhöht das Risiko
  • Wie wir helfen:

Alles über Sturzgefährdung: Risikofaktoren, Prävention & Hilfsmittel →

Mobilitätseinschränkung — wenn die Welt kleiner wird

Zuerst fallen die langen Spaziergänge weg. Dann die Einkäufe. Dann der Weg zum Arzt. Irgendwann wird selbst der Gang zur Toilette zum Kraftakt. Mobilitätseinschränkung ist der größte Feind der Selbstständigkeit im Alter — aber sie lässt sich aufhalten.

Alles über Mobilitätseinschränkung: Ursachen, Alltagshilfen & Mobilität erhalten →

Inkontinenz — das verschwiegene Thema

Über 9 Millionen Menschen in Deutschland sind inkontinent — und die meisten schweigen darüber. Inkontinenz ist keine unvermeidliche Alterserscheinung und kein Grund für Scham. Es ist ein behandelbares Problem. Und selbst wenn eine vollständige Heilung nicht möglich ist, gibt es Hilfsmittel, die den Alltag wieder normal machen.

  • Häufigkeit: Ca. 9 Millionen Betroffene — Dunkelziffer deutlich höher
  • Formen: Belastungsinkontinenz (beim Husten, Niesen, Lachen), Dranginkontinenz (plötzlicher Harndrang), Mischinkontinenz
  • Folgen: Sozialer Rückzug, Scham, Depression — viele trauen sich nicht mehr aus dem Haus
  • Wie wir helfen:
    • Inkontinenz-Versorgung — diskret, individuell, auf Rezept
    • Toilettensitzerhöhung — schneller auf der Toilette
    • Pflegehilfsmittel — Bettschutz, Einlagen, Hygieneartikel (40 €/Monat Pauschale)
    • Diskreter Lieferservice nach Hause

Alles über Inkontinenz: Formen, Behandlung & Versorgung →

Wie die drei Themen zusammenhängen

Zusammenhang Was passiert Lösung
Sturzgefahr → Mobilitätsverlust Angst vor Stürzen → weniger Bewegung → Muskeln bauen ab Rollator gibt Sicherheit → Bewegung bleibt möglich
Mobilitätsverlust → Inkontinenz Zu langsam zur Toilette → Einnässen → Scham Toilettensitzerhöhung + Haltegriffe + schnellerer Zugang
Inkontinenz → Sturzgefahr Nachts schnell zur Toilette → Eile → Dunkelheit → Sturz Nachtlicht + Haltegriffe + ggf. Toilettenstuhl am Bett
Alle drei → Isolation Sturzangst + Immobilität + Inkontinenz → traut sich nicht mehr raus Ganzheitliche Versorgung: Mobilität + Sicherheit + Versorgung

Deshalb versorgen wir nicht einzelne Symptome — sondern den ganzen Menschen.

Pflegegrad: Ihre Ansprüche kennen

Viele altersbedingte Einschränkungen berechtigen zu einem Pflegegrad — und damit zu deutlich mehr Leistungen:

  • Pflegehilfsmittel: 40 € Pauschale pro Monat für Verbrauchshilfen (Handschuhe, Desinfektion, Bettschutz) — wir liefern monatlich
  • Wohnraumanpassung: Zuschuss bis 4.000 € pro Maßnahme (Haltegriffe, Türverbreiterung, Duschumbau)
  • Hausnotruf: Basisversion vollständig von der Pflegekasse bezahlt
  • Technische Pflegehilfsmittel: Pflegebett, Wechseldruckmatratze, Toilettenstuhl — Kassenleistung
  • Beratungsbesuche: Regelmäßige Beratung durch Pflegefachkräfte — Pflicht bei Pflegegeld, kostenfrei

Noch keinen Pflegegrad? Wenn der Alltag immer schwieriger wird, lohnt sich ein Antrag. Der Hausarzt und wir können Sie beraten, ob ein Antrag sinnvoll ist.

Kostenübernahme

  • Rollatoren, Gehstützen, Rollstühle: Kassenleistung auf Rezept
  • Toilettensitzerhöhung, Duschhocker, Haltegriffe: Kassenleistung auf Rezept
  • Pflegebett: Kassenleistung bei medizinischer Notwendigkeit
  • Hausnotrufsystem: Pflegekasse zahlt bei Pflegegrad
  • Pflegehilfsmittel: 40 €/Monat Pauschale bei Pflegegrad
  • Inkontinenzversorgung: Kassenleistung auf Rezept
  • Wohnraumanpassung: Bis 4.000 € Zuschuss bei Pflegegrad
  • Zuzahlung: Max. 10 € pro Versorgung — chronisch Kranke: Befreiung ab 1 %

Lettermann: Ihr Partner fürs Älterwerden

Älter werden heißt nicht aufhören zu leben. Wir helfen Ihnen, jeden Tag das Beste daraus zu machen.