Ratgeber-Beitrag
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Rollator kaufen: Worauf Sie achten sollten

Rund 3,5 Millionen Menschen in Deutschland nutzen einen Rollator. Doch viele fahren mit dem erstbesten Modell nach Hause — und ärgern sich dann über wackelige Räder, schwere Griffe oder Bremsen, die nicht richtig halten. Das muss nicht sein. Unser Ratgeber zeigt, worauf es wirklich ankommt.

Warum die richtige Wahl so wichtig ist

Ein Rollator ist kein Notbehelf — er ist ein Mobilitätswerkzeug, das Ihnen Freiheit und Sicherheit zurückgibt. Aber nur, wenn er zu Ihnen passt. Ein zu schwerer Rollator bleibt in der Ecke stehen. Ein zu leichter kippt bei Wind. Zu kleine Räder bleiben an jeder Bordsteinkante hängen.

Die gute Nachricht: Es gibt für jeden Bedarf den richtigen Rollator. Sie müssen nur wissen, worauf Sie achten sollten.

1. Das Gewicht: Leichter ist meistens besser

Das Gewicht ist einer der wichtigsten Faktoren — denn Sie müssen Ihren Rollator in den Kofferraum heben, über Bordsteine kippen und vielleicht Treppen überwinden.

  • Standard-Rollatoren: 9–12 kg — robust, aber schwer
  • Leichtgewicht-Rollatoren: 6–8 kg — der beste Kompromiss
  • Ultraleicht-Rollatoren: unter 6 kg (z. B. Carbon) — ideal für aktive Menschen

Unsere Empfehlung: Wenn Sie den Rollator regelmäßig ins Auto laden, greifen Sie zum Leichtgewicht-Modell. Die Investition lohnt sich — denn ein Rollator, der zu schwer ist, wird nicht genutzt.

2. Die Räder: Groß für draußen, klein für drinnen

Die Radgröße entscheidet darüber, wo Ihr Rollator gut rollt:

  • Kleine Räder (ca. 15 cm): Wendig in der Wohnung, gut im Supermarkt — aber Probleme auf Kopfsteinpflaster
  • Große Räder (ca. 20–25 cm): Rollen über Bordsteine, Kies und unebene Wege — ideal für draußen
  • Softbereifung: Pannensicher, leicht, aber weniger Dämpfung
  • Luftbereifung: Sehr komfortabel, aber Plattfuß möglich

Tipp: Wenn Sie hauptsächlich draußen unterwegs sind — auf dem Markt, im Park, beim Einkaufen — wählen Sie unbedingt große Räder. Der Unterschied ist enorm.

3. Die Bremsen: Sicherheit geht vor

Beim Rollator gibt es zwei Bremssysteme:

  • Handbremsen (Schiebebremsen): Sie drücken die Bremshebel nach vorne, um zu bremsen. Standard bei den meisten Modellen.
  • Unterarmbremsen: Sie drücken die Bremse nach unten — ideal bei eingeschränkter Handkraft (z. B. bei Arthritis oder Polyneuropathie).

Wichtig: Testen Sie die Bremsen vor dem Kauf! Können Sie sie mit einer Hand bedienen? Halten sie auch am Hang? Bei uns im Analysezentrum können Sie verschiedene Modelle in Ruhe ausprobieren.

4. Die Sitzfläche: Pause muss sein

Jeder gute Rollator hat eine Sitzfläche — aber die Unterschiede sind groß:

  • Harte Sitzfläche: Stabil, leicht zu reinigen — für kurze Pausen
  • Gepolsterte Sitzfläche: Deutlich bequemer — wenn Sie öfter sitzen
  • Sitzbreite: Mindestens 40 cm, bei Adipositas breiter (XXL-Rollatoren bis 60 cm)

Achten Sie auch auf die Sitzhöhe: Sie sollten bequem aufstehen können, ohne sich zu sehr anstrengen. Bei uns wird die optimale Sitzhöhe individuell eingestellt.

5. Griffhöhe: Auf Ihre Körpergröße anpassen

Die richtige Griffhöhe ist entscheidend für Ihre Haltung:

  • Stehen Sie aufrecht hinter dem Rollator
  • Lassen Sie die Arme locker hängen
  • Die Griffe sollten auf Höhe Ihrer Handgelenke sein
  • Ihre Ellbogen sollten leicht gebeugt sein (ca. 15–20°)

Zu niedrige Griffe führen zu Rückenschmerzen und einer gebeugten Haltung. Zu hohe Griffe belasten die Schultern. Bei uns im Sanitätshaus stellen wir die Griffhöhe exakt auf Sie ein — das dauert nur 5 Minuten und macht einen riesigen Unterschied.

6. Zubehör: Das macht den Alltag leichter

Praktisches Zubehör, das wir empfehlen:

  • Einkaufskorb oder -tasche: Gehört an jeden Rollator — Hände frei beim Einkaufen
  • Stockhalter: Für den Gehstock, wenn Sie ihn mal nicht brauchen
  • Tablett: Zum Transportieren von Tasse, Teller, Medikamenten
  • Reflektoren und Licht: Unbedingt für die dunkle Jahreszeit!
  • Ankipphilfe: Erleichtert das Überwinden von Bordsteinen

7. Rollator auf Rezept: Was zahlt die Kasse?

Ein Rollator ist ein anerkanntes Hilfsmittel und wird von der Krankenkasse bezuschusst.

  • Was Sie brauchen: Ein Rezept von Ihrem Arzt (Hausarzt genügt)
  • Zuzahlung: Maximal 10 € bei Kassenmodellen
  • Aufzahlung: Wenn Sie ein hochwertigeres Modell möchten, zahlen Sie die Differenz — oft nur 50–150 €
  • Privat versichert? Sprechen Sie uns an — wir klären die Kostenübernahme für Sie

Bringen Sie einfach Ihr Rezept zu uns ins Sanitätshaus — wir kümmern uns um den Rest.

Unser Tipp: Probieren geht über Studieren

Der wichtigste Rat, den wir Ihnen geben können: Probieren Sie verschiedene Modelle aus. Lesen Sie keine Testberichte im Internet und bestellen Sie blind — kommen Sie zu uns.

In unseren Filialen können Sie verschiedene Rollatoren testen: auf unterschiedlichen Böden, mit und ohne Steigung, beim Ein- und Aussteigen ins Auto. Unsere Fachberater nehmen sich Zeit und finden mit Ihnen gemeinsam den perfekten Begleiter.

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