Ratgeber-Beitrag
Ratgeber-Beitrag

Kompressionsstrümpfe im Sommer – 7 Tipps für heiße Tage

Kaum steigen die Temperaturen, steigt auch die Versuchung: Kompressionsstrümpfe weglassen, Beine frei, endlich Luft. Verständlich – aber medizinisch ein Fehler. Denn gerade im Sommer brauchen Ihre Venen mehr Unterstützung, nicht weniger. Wärme weitet die Blutgefäße, die Beine schwellen schneller an und das Thromboserisiko steigt.

Die gute Nachricht: Mit den richtigen Materialien, ein paar Tricks und etwas Routine lassen sich Kompressionsstrümpfe auch bei 30 Grad problemlos tragen. In diesem Ratgeber erfahren Sie, warum Kompression im Sommer besonders wichtig ist – und wie Sie die heißen Monate entspannt meistern.

Warum Kompressionsstrümpfe im Sommer besonders wichtig sind

Viele Patienten denken, Kompression sei ein „Winterthema". Das Gegenteil ist der Fall:

  • Hitze weitet die Venen: Bei hohen Temperaturen dehnen sich die Blutgefäße aus – die Venenklappen schließen schlechter und das Blut versackt leichter in den Beinen. Die Folge: schwere, geschwollene Beine, besonders abends.
  • Mehr Schwellung: Der Körper lagert bei Wärme mehr Flüssigkeit im Gewebe ein. Wer ein Lipödem oder Lymphödem hat, spürt das besonders deutlich.
  • Erhöhtes Thromboserisiko: Flüssigkeitsverlust durch Schwitzen dickt das Blut ein – in Kombination mit geweiteten Venen steigt das Thromboserisiko, besonders auf langen Reisen.
  • Beschwerden nehmen zu: Besenreiser, Krampfadern und venöse Insuffizienz verursachen im Sommer oft stärkere Symptome als im Winter – genau dann, wenn viele die Strümpfe weglassen.

⚠️ Wichtig: Wer seine Kompressionsstrümpfe im Sommer weglässt, riskiert, dass sich der Zustand der Venen dauerhaft verschlechtert. Einmal überdehnte Venen bilden sich nicht von allein zurück. Tragen Sie Ihre Strümpfe konsequent – auch bei Hitze.

Tipp 1: Das richtige Material macht den Unterschied

Moderne Kompressionsstrümpfe haben mit den dicken, beigefarbenen „Gummistrümpfen" von früher nichts mehr gemeinsam. Für den Sommer gibt es spezielle Materialien, die einen großen Unterschied machen:

  • Mikrofaser-Gestricke: Dünn, leicht und atmungsaktiv – sie fühlen sich kaum anders an als normale Feinstrümpfe und transportieren Feuchtigkeit schnell nach außen
  • Offene Spitze (Open Toe): Die Zehen bleiben frei – das verbessert die Belüftung spürbar und ist bei Sandalen oder offenen Schuhen ideal
  • Feuchtigkeitsregulierende Fasern: Manche Hersteller verwenden Materialien mit Klima-Effekt, die ein kühles Tragegefühl erzeugen
  • Helle Farben: Dunkle Strümpfe heizen sich in der Sonne stärker auf. Helle Farben wie Sand, Beige oder Karamell reflektieren das Licht und bleiben kühler

💡 Tipp: Lassen Sie sich vor dem Sommer neu beraten – die Auswahl an leichten Sommermodellen ist in den letzten Jahren enorm gewachsen. Bei Lettermann zeigen wir Ihnen die verschiedenen Materialien und Sie können sie anfassen und vergleichen.

Tipp 2: Morgens anziehen – bevor die Hitze kommt

Der wichtigste Tipp für Kompressionsstrümpfe im Sommer ist gleichzeitig der einfachste: Ziehen Sie die Strümpfe direkt nach dem Aufstehen an, noch bevor die Beine anschwellen.

  • Morgens sind die Beine am schlanksten – die Strümpfe gleiten leichter über die Haut
  • Wer erst mittags anzieht, kämpft mit geschwollenen, schwitzigen Beinen und der Strumpf sitzt schlechter
  • Nach dem Duschen: Füße und Beine vollständig trocknen lassen, dann anziehen. Auf feuchter Haut rutscht nichts

Falls Sie Schwierigkeiten beim Anziehen haben, helfen Anziehhilfen – Gleitrahmen oder Gestelle, die den Strumpf aufspannen, sodass Sie einfach hineinschlüpfen. Bei Lettermann zeigen wir Ihnen verschiedene Modelle und Sie können ausprobieren, welche zu Ihnen passt. Anziehhilfen sind übrigens ebenfalls eine Kassenleistung.

Tipp 3: Pflege für Haut und Strümpfe

Im Sommer beanspruchen Schweiß und Sonnencreme die Haut unter den Strümpfen zusätzlich. Die richtige Pflege-Routine verhindert Hautprobleme und verlängert die Lebensdauer Ihrer Strümpfe:

Hautpflege

  • Abends eincremen: Verwenden Sie Ihre Pflegeprodukte abends nach dem Ausziehen der Strümpfe, nicht morgens. Cremes und Lotionen greifen das Gestrick an und lassen die Strümpfe schneller ausleiern
  • Harnstoff-Cremes (5–10 % Urea): Halten die Haut geschmeidig und verhindern trockene, juckende Stellen
  • Keine fetthaltigen Cremes morgens: Fette auf der Haut machen das Anziehen schwieriger und beschädigen die Fasern
  • Sonnencreme: Wenn die Beine frei sind (z. B. bei Kniestrümpfen), Sonnencreme nur auf die unbedeckten Stellen auftragen – nicht unter den Strumpf

Strumpfpflege im Sommer

  • Täglich waschen: Im Sommer sollten Kompressionsstrümpfe nach jedem Tragen gewaschen werden – Schweiß und Hautfette zersetzen die elastischen Fasern schneller
  • Handwäsche oder Schonwaschgang bei maximal 40 °C mit Feinwaschmittel
  • Kein Weichspüler: Er zerstört die Elasthan-Fasern und die Kompression lässt nach
  • Im Schatten trocknen: Nicht in den Trockner, nicht auf die Heizung, nicht in die pralle Sonne – Hitze schädigt das Material

💡 Tipp: Bestellen Sie immer mindestens zwei Paar Kompressionsstrümpfe – so können Sie täglich wechseln und jedes Paar hat einen Tag zum Trocknen. Pro Halbjahr stehen Ihnen zwei Paar auf Rezept zu.

Tipp 4: Die Beine kühlen – so geht's richtig

An besonders heißen Tagen können Sie die Beine zusätzlich erfrischen – auch mit Strümpfen:

  • Kaltes Wasser über die Strümpfe: Ja, das darf man! Kompressionsstrümpfe im Waschbecken oder unter der Dusche mit kaltem Wasser benetzen. Die Verdunstungskälte kühlt angenehm und schadet dem Material nicht
  • Thermalwasser-Spray: Ein Spray auf Wasserbasis (Thermalwasser, Feuchtigkeitsspray) auf die Strümpfe sprühen – erfrischt sofort
  • Beine hochlegen: So oft wie möglich – schon 10 Minuten Hochlagern reduziert die Schwellung spürbar. Am besten Beine über Herzhöhe
  • Abends kalte Güsse: Nach dem Ausziehen der Strümpfe die Beine von unten nach oben kalt abduschen (Kneipp-Güsse). Das regt die Venenpumpe an und lindert das Schweregefühl

⚠️ Achtung: Vermeiden Sie ausgedehnte Sonnenbäder mit Kompressionsstrümpfen. Die dunklen Gestricke heizen sich stark auf und die UV-Strahlung kann das Material beschädigen. Besser: Schatten suchen und Beine hochlegen.

Tipp 5: Kompression auf Reisen – Fliegen, Autofahren, Bahn

Sommerzeit ist Reisezeit – und lange Reisen sind der Klassiker für geschwollene Beine und erhöhtes Thromboserisiko. Kompressionsstrümpfe sind hier besonders wichtig:

  • Flugreisen: Die trockene Kabinenluft und der niedrige Luftdruck verstärken die Schwellneigung. Tragen Sie Ihre Kompressionsstrümpfe auf jedem Flug – bereits ab 2 Stunden Flugzeit empfohlen
  • Lange Autofahrten: Alle 1–2 Stunden anhalten und ein paar Minuten gehen. Wadenwippen auf dem Beifahrersitz aktiviert die Muskelpumpe
  • Zugfahrten: Stehen Sie regelmäßig auf und gehen den Gang entlang. Sitzplatz am Gang erleichtert das
  • Ausreichend trinken: Mindestens 1,5–2 Liter Wasser zusätzlich zur normalen Trinkmenge pro Reisetag. Kein Alkohol – der entwässert zusätzlich

Übrigens: Auch Menschen ohne Venenerkrankung profitieren auf langen Reisen von Reisekompressionsstrümpfen. Diese leichteren Modelle (Kompressionsklasse 1) gibt es bei Lettermann auch ohne Rezept. Mehr Informationen finden Sie in unserem Ratgeber Reise-Thrombose vorbeugen.

Tipp 6: Sport und Bewegung mit Kompression im Sommer

Sport ist gut für die Venen – und Kompression beim Sport ist noch besser. Im Sommer gilt:

  • Schwimmen: Die beste Sportart für die Venen! Das Wasser übt natürlichen Druck aus und kühlt gleichzeitig. Kompressionsstrümpfe können Sie vorher ausziehen – das Wasser übernimmt die Arbeit. Direkt nach dem Schwimmen: abtrocknen und wieder anziehen
  • Radfahren: Ideal, weil die Wadenmuskulatur die Venenpumpe aktiviert und der Fahrtwind kühlt
  • Walken und Wandern: Mit Kompressionsstrümpfen – die Muskelaktivität unterstützt den venösen Rückfluss. Vermeiden Sie die Mittagshitze und wählen Sie schattige Strecken
  • Abends Venengymnastik: Fußkreisen, Zehenstand, Wadenwippen – 5 Minuten reichen und helfen spürbar gegen schwere Beine

💡 Gut zu wissen: Vermeiden Sie bei Venenerkrankungen langes Stehen in der Sonne und Sportarten mit abrupten Stopp-Bewegungen (Tennis, Squash) bei großer Hitze. Besser: gleichmäßige Ausdauerbewegung in den kühleren Morgen- oder Abendstunden.

Tipp 7: Sommer-Outfit mit Kompressionsstrümpfen

Viele Betroffene schämen sich, im Sommer Kompressionsstrümpfe zu tragen. Dabei sehen moderne Modelle kaum anders aus als normale Strümpfe – und es gibt mehr Styling-Optionen als man denkt:

  • Kniestrümpfe: Lassen sich unter Caprihosen, Bermudas oder Sommerkleidern tragen – kaum sichtbar
  • Strumpfhosen in Hauttönen: Bei Röcken oder Kleidern optisch kaum von nackten Beinen zu unterscheiden
  • Trendfarben und Muster: Viele Hersteller bieten Kompressionsstrümpfe in aktuellen Farben – von Marineblau über Bordeaux bis hin zu Strümpfen mit Muster. Wer sich traut, macht die Kompression zum Accessoire
  • Offene Spitze (Open Toe): Ermöglicht das Tragen von Sandalen und Zehentrenner-Styles

3 Fragen an Ulrike Poestges – Fachberaterin Lymphologie/Phlebologie bei Lettermann

Frau Poestges, was raten Sie Patienten, die ihre Strümpfe im Sommer am liebsten weglassen würden?

„Das verstehe ich total – bei 35 Grad denkt jeder ans Weglassen. Aber genau dann arbeiten die Venen am härtesten und brauchen die Unterstützung am meisten. Ich rate immer: Lassen Sie sich vor dem Sommer ein leichtes Sommermodell anpassen. Die Mikrofaser-Gestricke sind so dünn und atmungsaktiv, dass viele Patienten überrascht sind, wie angenehm das Tragegefühl ist. Das ist wirklich ein Unterschied wie Tag und Nacht im Vergleich zu den Modellen von vor zehn Jahren."

Was ist der häufigste Fehler, den Sie bei der Sommer-Kompression sehen?

„Dass Patienten die Strümpfe erst anziehen, wenn die Beine schon geschwollen und verschwitzt sind – nachmittags um drei bei 30 Grad. Da kriegen Sie die kaum noch drüber und sie sitzen auch nicht richtig. Morgens direkt nach dem Aufstehen anziehen, wenn die Beine schlank und trocken sind – das ist der Schlüssel. Und dann konsequent den ganzen Tag tragen. Einmal drin, ist es halb so wild."

Wie oft sollte man Kompressionsstrümpfe im Sommer erneuern lassen?

„Im Sommer nutzen sich Kompressionsstrümpfe schneller ab – Schweiß, häufigeres Waschen und UV-Strahlung setzen dem Material zu. Ich empfehle, die Strümpfe alle sechs Monate erneuern zu lassen. Die Krankenkasse übernimmt das auch: Sie haben Anspruch auf zwei Paar pro Halbjahr. Kommen Sie einfach mit dem Rezept vorbei, wir messen nach – denn auch die Beine verändern sich im Laufe des Jahres, besonders wenn Sie ab- oder zunehmen."

Kompressionsklassen – welche brauche ich?

Nicht jeder Kompressionsstrumpf ist gleich. Die Kompressionsklasse bestimmt, wie stark der Druck ist – und damit auch, wie warm sich der Strumpf anfühlt:

  • Kompressionsklasse 1 (leicht, 18–21 mmHg): Bei leichten Venenbeschwerden, schweren Beinen, Besenreisern und zur Thromboseprophylaxe auf Reisen. Dünn, leicht, kaum spürbar – ideal für den Einstieg und im Sommer
  • Kompressionsklasse 2 (mittel, 23–32 mmHg): Die am häufigsten verordnete Klasse. Bei Krampfadern, nach Thrombose, bei CVI (chronisch venöser Insuffizienz). Spürbare Kompression, aber mit modernen Materialien gut tragbar
  • Kompressionsklasse 3 (kräftig, 34–46 mmHg): Bei schwerer CVI, ausgeprägtem Lymphödem, nach Ulcus cruris. Stärkerer Druck – hier ist die Materialwahl im Sommer besonders wichtig
  • Kompressionsklasse 4 (sehr kräftig, ab 49 mmHg): Nur bei schwersten Formen von Lymphödem oder Elephantiasis. Seltene Sonderversorgung

💡 Tipp: Sprechen Sie mit Ihrem Arzt, ob Sie im Sommer vorübergehend auf eine niedrigere Kompressionsklasse wechseln können – zum Beispiel von Klasse 2 auf Klasse 1. Weniger Kompression ist immer noch besser als gar keine Kompression. Wir beraten Sie dazu gerne.

Flachstrick oder Rundstrick – was ist besser im Sommer?

Bei der Versorgung von Lipödem und Lymphödem kommt oft die Frage: Flachstrick oder Rundstrick – und was ist im Sommer besser?

  • Rundstrick: Dünner, leichter, elastischer – angenehmer im Sommer, aber nur bei gleichmäßiger Beinform geeignet. Typisch bei Venenerkrankungen
  • Flachstrick: Fester, formstabiler, mit Naht – notwendig bei ungleichmäßigen Beinformen (Lipödem, Lymphödem). Im Sommer wärmer, aber medizinisch oft nicht ersetzbar

Wenn Sie Flachstrick tragen müssen, ist die Materialwahl umso wichtiger. Moderne Flachstrick-Versorgungen gibt es mittlerweile in deutlich leichteren Varianten als noch vor wenigen Jahren. Sprechen Sie uns an – wir finden die beste Lösung für Ihre Bedürfnisse.

Kostenübernahme – was die Krankenkasse zahlt

Medizinische Kompressionsstrümpfe sind eine Kassenleistung. Sie benötigen ein Rezept von Ihrem Hausarzt, Phlebologen oder Orthopäden. Die Krankenkasse übernimmt pro Halbjahr zwei Paar Kompressionsstrümpfe.

  • Zuzahlung: Gesetzliche Zuzahlung von maximal 10 Euro pro Paar
  • Anziehhilfen: Ebenfalls verordnungsfähig – bei eingeschränkter Beweglichkeit (z. B. nach Operationen, bei Arthrose in den Händen oder bei Mobilitätseinschränkungen)
  • Maßanfertigung: Wenn Konfektionsgrößen nicht passen, werden maßangefertigte Strümpfe verordnet – gleiche Zuzahlung

Ausführliche Informationen zur Verordnung und Ihren Ansprüchen finden Sie in unseren Ratgebern:

💡 Unser Service: Bei Lettermann übernehmen wir die komplette Abwicklung mit Ihrer Krankenkasse. Bringen Sie Ihr Rezept mit, wir messen Ihre Beine professionell aus und bestellen die passenden Strümpfe – an allen 9 Standorten am Niederrhein.

Die Sommer-Checkliste für Kompressionsstrümpfe

Zum Ausdrucken und Abhaken – damit Sie gut durch den Sommer kommen:

  1. Sommermodelle besorgen – leichtes Mikrofaser-Gestrick, helle Farben, ggf. offene Spitze
  2. Zwei Paar zum täglichen Wechseln
  3. Morgens direkt anziehen – vor dem Frühstück, trockene Beine
  4. Täglich waschen – Feinwaschmittel, kein Weichspüler, im Schatten trocknen
  5. Hautpflege abends – Urea-Creme nach dem Ausziehen, nicht morgens
  6. Viel trinken – mindestens 2 Liter Wasser pro Tag
  7. Beine kühlen – kalte Güsse, hochlegen, Schatten suchen
  8. Bewegung – Schwimmen, Radfahren, Walken in den kühlen Stunden
  9. Reisekompression – auf jedem Flug und bei langen Autofahrten tragen
  10. Nach 6 Monaten erneuern – neues Rezept holen, nachmessen lassen

Für eine individuelle Beratung rund um Kompressionsversorgung, Materialauswahl und Anmessen stehen wir Ihnen an unseren Standorten am Niederrhein zur Verfügung. Vereinbaren Sie gerne einen Termin – telefonisch unter 0 21 62 / 3 73 97 0 oder über unser Kontaktformular.

Zusammengefasst: Kompressionsstrümpfe im Sommer weglassen? Bitte nicht! Gerade bei Hitze brauchen Ihre Venen die Unterstützung am meisten. Mit leichten Sommermodellen, der richtigen Pflege und ein paar einfachen Tricks kommen Sie gut durch die heißen Monate. Wir bei Lettermann beraten Sie gerne – für die perfekte Sommer-Kompression.

Häufige Fragen zu Kompressionsstrümpfen im Sommer

Muss ich Kompressionsstrümpfe auch im Sommer tragen?

Ja, gerade im Sommer sind Kompressionsstrümpfe besonders wichtig. Hitze weitet die Venen, das Blut versackt leichter in den Beinen und die Schwellneigung nimmt zu. Wer die Strümpfe im Sommer weglässt, riskiert eine dauerhafte Verschlechterung der Venenfunktion. Moderne Sommermodelle aus Mikrofaser sind dünn und atmungsaktiv – deutlich angenehmer als die Standardmodelle.

Welche Kompressionsstrümpfe eignen sich am besten für den Sommer?

Für den Sommer empfehlen sich Modelle aus Mikrofaser-Gestrick mit offener Spitze (Open Toe) in hellen Farben. Sie sind dünner, atmungsaktiver und heizen sich in der Sonne weniger auf als dunkle Modelle. Bei Lettermann beraten wir Sie gerne, welche Modelle zu Ihrer Verordnung passen – die Auswahl an Sommer-Kompression ist heute größer denn je.

Darf ich mit Kompressionsstrümpfen ins Wasser?

Zum Schwimmen sollten Sie die Strümpfe ausziehen – das Chlor- oder Salzwasser kann das Material beschädigen. Das Wasser selbst übt aber natürlichen Druck auf die Beine aus, was Ihren Venen guttut. Nach dem Schwimmen: Beine gut abtrocknen und die Strümpfe direkt wieder anziehen. Kaltes Wasser zum Kühlen über die Strümpfe laufen lassen ist dagegen kein Problem.

Wie oft muss ich Kompressionsstrümpfe im Sommer waschen?

Im Sommer sollten Sie Ihre Strümpfe nach jedem Tragen waschen – also täglich. Schweiß und Hautfette zersetzen die elastischen Fasern schneller. Waschen Sie die Strümpfe bei maximal 40 °C mit Feinwaschmittel, ohne Weichspüler, und trocknen Sie sie im Schatten. Deshalb ist es wichtig, mindestens zwei Paar zu haben – eins tragen, eins trocknet.

Darf ich im Sommer auf eine niedrigere Kompressionsklasse wechseln?

Das kann in Absprache mit Ihrem Arzt sinnvoll sein. Manche Patienten kommen im Sommer besser mit Kompressionsklasse 1 statt 2 zurecht. Weniger Kompression ist immer noch deutlich besser als gar keine Kompression. Eigenmächtig die Strümpfe weglassen sollten Sie aber nicht. Sprechen Sie Ihren Arzt gezielt darauf an.

Zahlt die Krankenkasse Kompressionsstrümpfe für den Sommer?

Ja. Sie haben Anspruch auf zwei Paar Kompressionsstrümpfe pro Halbjahr auf Kassenrezept. Sie können sich also vor dem Sommer ein leichtes Sommermodell verordnen lassen. Die Zuzahlung beträgt maximal 10 Euro pro Paar. Auch Anziehhilfen sind eine Kassenleistung.

Zurück