Ratgeber-Beitrag
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Einlagen einlaufen - Was Sie die ersten Tage beachten sollten

Sie haben Ihre neuen orthopädischen Einlagen abgeholt, legen sie in die Schuhe – und nach zwei Stunden drückt es, zwickt es, und Sie fragen sich: Ist das normal? Die Antwort: Ja, meistens schon. Neue Einlagen brauchen eine Einlaufzeit, genau wie neue Schuhe. In diesem Ratgeber erklären wir Ihnen, warum das so ist, wie lange die Eingewöhnung dauert und wann Sie doch lieber noch einmal zum Fachberater gehen sollten.

Warum brauchen Einlagen eine Einlaufzeit?

Orthopädische Einlagen korrigieren die Stellung Ihres Fußes und verändern damit die gesamte Statik Ihres Körpers. Das betrifft nicht nur den Fuß selbst, sondern auch Knie, Hüfte und Rücken. Ihr Körper hat sich über Monate oder Jahre an eine bestimmte (oft fehlerhafte) Haltung gewöhnt. Die Einlage bringt ihn nun in eine gesündere Position – und das fühlt sich anfangs ungewohnt an.

Stellen Sie sich vor, Sie würden nach Jahren an einem schiefen Schreibtisch plötzlich an einem ergonomisch perfekten Arbeitsplatz sitzen. Die neue Haltung ist besser, aber die Umstellung spüren Sie trotzdem. Genauso verhält es sich mit Ihren Einlagen.

„Jede Einlage braucht ihre Zeit – und jeder Fuß auch. Wir empfehlen unseren Kunden, die Einlagen in den ersten Tagen stundenweise zu tragen und die Tragedauer langsam zu steigern. Der Fuß muss sich an die neue Unterstützung gewöhnen, die Muskulatur passt sich an. Wenn nach zwei Wochen noch Beschwerden bestehen, kommen Sie einfach bei uns vorbei – dann justieren wir nach. Das gehört zu unserem Service.“

André Hekrens, Orthopädieschuhmacher und Jurtin-Berater, Lettermann Sanitätshaus

Der Einlaufplan: So gewöhnen Sie sich richtig ein

Tag 1–3: Langsam beginnen

  • Tragen Sie die Einlagen am ersten Tag maximal 1–2 Stunden.
  • Wählen Sie einen ruhigen Tag ohne lange Fußmärsche oder anstrengende Aktivitäten.
  • Steigern Sie die Tragedauer jeden Tag um etwa 1–2 Stunden.
  • Haben Sie Ihre alten Schuhe (ohne Einlagen) griffbereit, falls Sie eine Pause brauchen.

Tag 4–7: Steigerung

  • Tragen Sie die Einlagen nun über den halben Tag – etwa 4–6 Stunden.
  • Achten Sie auf Ihr Körpergefühl: Leichtes Drücken ist normal, Schmerzen nicht.
  • Bewegen Sie sich bewusst mit den Einlagen: Gehen Sie spazieren, erledigen Sie Ihren Alltag.

Tag 8–14: Volle Nutzung

  • Ab der zweiten Woche sollten Sie die Einlagen den ganzen Tag tragen können.
  • Ihr Körper hat sich an die neue Stellung gewöhnt und die anfänglichen Beschwerden sollten deutlich nachgelassen haben.
  • Spätestens nach zwei Wochen sollte das Tragen angenehm sein.

💡 Tipp: Führen Sie ein kleines Tagebuch über Ihre Beschwerden. Notieren Sie, wo es drückt, wie lange Sie die Einlagen getragen haben und wie sich die Beschwerden über die Tage entwickeln. Das hilft auch Ihrem Fachberater bei der Nachkontrolle.

Typische Beschwerden in der Einlaufzeit – und was sie bedeuten

Druckgefühl am Fußgewölbe

Das ist die häufigste Beschwerde und in der Regel völlig normal. Die Einlage stützt Ihr Längsgewölbe – und das spüren Sie, besonders wenn Ihr Fuß bisher wenig Unterstützung hatte (z. B. bei Senk- oder Plattfüßen). Dieses Druckgefühl sollte innerhalb der ersten Woche deutlich nachlassen.

Leichte Muskelschmerzen in Fuß und Wade

Die veränderte Fußstellung beansprucht Muskeln, die bisher weniger aktiv waren. Leichter Muskelkater, besonders in der Fußsohle und den Waden, ist in den ersten Tagen normal – vergleichbar mit dem Muskelkater nach einer neuen Sportübung.

Verändertes Gangbild

Manche Menschen haben anfangs das Gefühl, „anders" zu gehen. Das liegt daran, dass die Einlage die Fußstellung korrigiert und sich dadurch das gesamte Gangbild verändert. Auch das ist normal und gibt sich nach wenigen Tagen.

Rücken- oder Kniebeschwerden

Da die Einlage die Statik des gesamten Körpers beeinflusst, können anfangs auch Beschwerden in Knie, Hüfte oder Rücken auftreten. Diese sollten mild sein und innerhalb der ersten Woche nachlassen. Bei Knieproblemen kann ergänzend eine Bandage oder Orthese sinnvoll sein – sprechen Sie uns gerne darauf an.

⚠️ Wann Sie zum Fachberater gehen sollten

Nicht jede Beschwerde ist „normale Eingewöhnung". In folgenden Fällen sollten Sie zeitnah Ihren Fachberater im Sanitätshaus aufsuchen:

  • Starke Schmerzen: Wenn die Einlage echte Schmerzen verursacht (nicht nur leichtes Drücken), stimmt möglicherweise etwas an der Passform nicht.
  • Blasen oder Druckstellen: Rötungen, Blasen oder wunde Stellen am Fuß deuten auf eine Fehlpassung hin.
  • Beschwerden nach zwei Wochen: Wenn sich nach 14 Tagen nichts gebessert hat, sollte die Einlage überprüft werden.
  • Taubheitsgefühle: Kribbeln oder Taubheit im Fuß können auf zu starken Druck an einer Stelle hinweisen. Besonders bei Polyneuropathie ist hier Vorsicht geboten.
  • Einseitige Beschwerden: Wenn nur ein Fuß Probleme macht, kann die Einlage auf dieser Seite nicht optimal sitzen.

In unseren Lettermann-Standorten gehört die Nachkontrolle zum Service. Bringen Sie Ihre Einlagen und die Schuhe mit, in denen Sie sie tragen – wir prüfen Passform und Sitz und nehmen bei Bedarf Anpassungen vor.

Die richtigen Schuhe für Ihre Einlagen

Die beste Einlage nützt wenig im falschen Schuh. Beachten Sie folgende Punkte:

  • Herausnehmbare Sohle: Ihr Schuh sollte eine herausnehmbare Innensohle haben. Entfernen Sie diese, bevor Sie die Einlage einlegen – sonst wird es zu eng.
  • Ausreichend Platz: Der Schuh darf mit Einlage nicht drücken. Im Zehenbereich sollte noch eine Daumenbreite Platz sein.
  • Fester Halt: Halbschuhe mit Schnürung oder Klettverschluss sind ideal. Pantoletten, Pumps oder sehr flache Ballerinas eignen sich meist nicht.
  • Stabiler Fersenbereich: Die Ferse sollte im Schuh gut gefasst sein, damit die Einlage nicht verrutscht.

💡 Tipp: Bringen Sie beim Kauf neuer Schuhe Ihre Einlagen mit. So können Sie direkt testen, ob Schuh und Einlage zusammenpassen.

Pflege Ihrer Einlagen – so halten sie länger

Orthopädische Einlagen sind eine Investition in Ihre Gesundheit. Mit der richtigen Pflege halten sie deutlich länger:

  • Regelmäßig lüften: Nehmen Sie die Einlagen abends aus den Schuhen und lassen Sie sie an der Luft trocknen. Nicht auf die Heizung legen!
  • Reinigung: Wischen Sie die Einlagen regelmäßig mit einem feuchten Tuch ab. Bei stärkerer Verschmutzung können Sie milde Seife verwenden. Nicht in die Waschmaschine geben.
  • Nicht biegen oder knicken: Lagern Sie Einlagen flach, damit sie ihre Form behalten.
  • Austausch: Je nach Material und Nutzungsintensität halten Einlagen etwa 6–12 Monate. Wenn sie sichtbar abgenutzt sind, die Polsterung nachgibt oder die Stützwirkung nachlässt, ist es Zeit für neue.
  • Bezug tauschen: Bei vielen Einlagen kann der Bezug separat erneuert werden – das verlängert die Lebensdauer und ist günstiger als eine komplett neue Einlage.

Einlagen auf Rezept – Ihre Ansprüche

Orthopädische Einlagen sind ein Hilfsmittel auf Rezept. Ihr Arzt – meist der Orthopäde oder Hausarzt – kann sie verordnen, wenn eine medizinische Notwendigkeit besteht. Die Krankenkasse übernimmt die Kosten abzüglich der gesetzlichen Zuzahlung.

In der Regel haben Sie Anspruch auf:

  • Ein Paar Einlagen pro Rezept
  • Zwei Versorgungen pro Jahr (bei medizinischer Begründung auch häufiger)
  • Nachpassungen und Reparaturen

Einlagen und Bewegung

Einlagen unterstützen Ihren Fuß – aber sie ersetzen nicht die Fußmuskulatur. Ergänzend zur Einlagenversorgung empfehlen wir regelmäßige Fußgymnastik:

  • Zehengreifen: Legen Sie ein Handtuch auf den Boden und versuchen Sie, es mit den Zehen zusammenzuraffen.
  • Fußkreisen: Kreisen Sie den Fuß im Sitzen langsam in beide Richtungen.
  • Zehenstand: Stellen Sie sich auf die Zehenspitzen und halten Sie die Position einige Sekunden.
  • Barfußgehen: Gehen Sie regelmäßig barfuß auf verschiedenen Untergründen – das trainiert die Fußmuskulatur und verbessert die Propriozeption.

Diese Übungen können auch bei der Sturzprophylaxe helfen, da ein kräftiger Fuß für mehr Stabilität und Sicherheit sorgt.

Fazit

Neue Einlagen brauchen eine Eingewöhnung – das ist ganz normal. Geben Sie Ihrem Körper die Zeit, die er braucht, und steigern Sie die Tragedauer langsam. Leichte Beschwerden in den ersten Tagen sind kein Grund zur Sorge. Wenn jedoch Schmerzen, Druckstellen oder Taubheitsgefühle auftreten, die nicht nachlassen, zögern Sie nicht: Kommen Sie bei uns vorbei. Eine Nachanpassung ist unkompliziert und gehört bei Lettermann zum Service dazu.

Häufig gestellte Fragen

Wie lange dauert es, bis man sich an neue Einlagen gewöhnt hat?

Die meisten Menschen haben sich nach etwa ein bis zwei Wochen an ihre neuen Einlagen gewöhnt. Wichtig ist, die Tragedauer langsam zu steigern: Am ersten Tag nur 1–2 Stunden, dann täglich etwas mehr. Spätestens nach 14 Tagen sollte das Tragen beschwerdefrei sein.

Ist es normal, dass neue Einlagen drücken?

Ja, ein leichtes Druckgefühl, besonders am Fußgewölbe, ist in den ersten Tagen normal. Die Einlage stützt Ihren Fuß in einer neuen Position, und die Muskulatur muss sich erst anpassen. Starke Schmerzen, Blasen oder anhaltende Beschwerden sind jedoch nicht normal – dann sollten Sie zum Fachberater gehen.

Muss ich meine alten Innensohlen aus dem Schuh nehmen?

Ja, unbedingt. Orthopädische Einlagen ersetzen die Original-Innensohle des Schuhs. Wenn Sie beide übereinander tragen, wird es zu eng, die Einlage kann verrutschen und ihre Wirkung verlieren. Achten Sie darauf, dass Ihre Schuhe herausnehmbare Innensohlen haben.

Wie pflege ich meine Einlagen richtig?

Nehmen Sie die Einlagen abends aus den Schuhen und lassen Sie sie an der Luft trocknen. Reinigen Sie sie regelmäßig mit einem feuchten Tuch und milder Seife. Nicht in die Waschmaschine geben, nicht auf die Heizung legen und nicht knicken. Bei abgenutztem Bezug kann dieser separat erneuert werden.

Wie oft brauche ich neue Einlagen?

Je nach Material und Nutzung halten orthopädische Einlagen etwa 6–12 Monate. Die Krankenkasse übernimmt in der Regel zwei Versorgungen pro Jahr. Wenn die Stützwirkung nachlässt, die Polsterung durchgetreten ist oder sich Ihre Fußstellung verändert hat, ist es Zeit für neue Einlagen.

Kann ich meine Einlagen in jedem Schuh tragen?

Nicht in jedem. Ideal sind Schuhe mit herausnehmbarer Innensohle, ausreichend Platz im Zehenbereich, festem Halt an der Ferse und Schnürung oder Klettverschluss. Pumps, Ballerinas, Pantoletten und sehr enge Schuhe eignen sich meist nicht für orthopädische Einlagen.

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