Diabetischer Fuß – Warum die richtige Schuhversorgung entscheidend ist
13.07.2026 07:00
Rund acht Millionen Menschen in Deutschland leben mit Diabetes mellitus – und viele von ihnen unterschätzen eine der häufigsten Folgeerkrankungen: das diabetische Fußsyndrom . Jedes Jahr führt es in Deutschland zu etwa 40.000 Amputationen. Das Erschreckende daran: Ein großer Teil dieser Eingriffe wäre vermeidbar – mit der richtigen Vorsorge, regelmäßigen Kontrollen und vor allem einer professionellen Schuhversorgung .
Wenn Sie selbst betroffen sind oder einen Angehörigen mit Diabetes begleiten, finden Sie in diesem Ratgeber alles Wichtige: von den ersten Warnsignalen über die passende Versorgung mit Schutzschuhen, Maßschuhen und Einlagen bis hin zu praktischen Fußpflege-Tipps und der Kostenübernahme durch die Krankenkasse.
Was genau ist der diabetische Fuß?
Der Begriff diabetisches Fußsyndrom (DFS) beschreibt verschiedene krankhafte Veränderungen an den Füßen, die als Folge eines Diabetes mellitus auftreten. Dauerhaft erhöhte Blutzuckerwerte schädigen über Jahre hinweg Nerven und Blutgefäße – besonders in den Füßen, die am weitesten vom Herzen entfernt sind.
Zwei Hauptmechanismen spielen dabei zusammen:
● Diabetische Polyneuropathie: Die Nervenschädigung führt dazu, dass Sie Schmerzen, Druck und Temperaturunterschiede an den Füßen nicht mehr richtig wahrnehmen. Kleine Verletzungen bleiben unbemerkt – und können sich zu schweren Wunden entwickeln.
● Durchblutungsstörungen (pAVK): Geschädigte Blutgefäße versorgen das Gewebe nicht mehr ausreichend mit Sauerstoff und Nährstoffen. Wunden heilen deutlich langsamer oder gar nicht mehr.
● Veränderte Fußstatik: Durch die Nervenschädigung verändert sich die Muskulatur, es entstehen Fehlstellungen wie Krallenzehen oder ein Zusammenbruch des Fußgewölbes (Charcot-Fuß).
● Erhöhte Infektanfälligkeit: Ein geschwächtes Immunsystem bei Diabetes begünstigt bakterielle Infektionen, die sich in schlecht durchblutetem Gewebe rasant ausbreiten können.
Die Polyneuropathie ist dabei der häufigste Auslöser: Rund 50 Prozent aller Diabetiker entwickeln im Laufe ihres Lebens eine Nervenschädigung an den Füßen. Das Tückische – die Beschwerden beginnen schleichend und werden oft erst spät erkannt.
Warnsignale erkennen – wann Sie handeln sollten
Gerade weil der diabetische Fuß sich leise entwickelt, ist es wichtig, die frühen Anzeichen zu kennen. Achten Sie auf folgende Symptome:
Frühe Warnsignale
Kribbeln oder Taubheitsgefühl in den Zehen oder Fußsohlen, besonders nachts
Brennende Schmerzen oder ein Gefühl wie „Ameisenlaufen"
Verminderte Temperaturwahrnehmung – Sie spüren nicht mehr, ob das Badewasser zu heiß ist
Trockene, rissige Haut an den Füßen, die trotz Pflege nicht besser wird
Vermehrte Hornhautbildung an Druckstellen
Fortgeschrittene Warnzeichen
Offene Stellen oder Wunden, die nicht heilen
Verfärbungen der Haut (bläulich, rötlich, dunkel)
Schwellungen ohne erkennbare Ursache
Verformungen der Zehen oder des Fußgewölbes
Auffälliger Geruch – ein Hinweis auf Infektionen
⚠️ Wichtig: Wenn Sie bei sich oder einem Angehörigen offene Stellen, Verfärbungen oder plötzliche Schwellungen am Fuß bemerken, suchen Sie umgehend einen Arzt auf. Bei einem diabetischen Fußsyndrom zählt jeder Tag – je früher eine Wunde behandelt wird, desto besser die Heilungschancen.
Risikoklassen beim diabetischen Fuß
Ärzte teilen das diabetische Fußsyndrom in verschiedene Risikogruppen ein. Diese Einteilung ist nicht nur medizinisch relevant – sie bestimmt auch, welche Schuhversorgung Ihnen zusteht und von der Krankenkasse übernommen wird:
Risikogruppe 0: Diabetes ohne Nervenschädigung – normales Schuhwerk, aber regelmäßige Kontrollen
Risikogruppe I: Polyneuropathie ohne Fehlstellung – Diabetiker-Schutzschuhe mit diabetesadaptierten Fußbettungen (DAF)
Risikogruppe II: Polyneuropathie mit Fehlstellungen oder Durchblutungsstörungen – aufwendigere Schutzschuhe oder orthopädische Maßschuhe
Risikogruppe III: Zustand nach Ulkus (Geschwür), nach Amputation oder bei Charcot-Fuß – orthopädische Maßschuhe, ggf. mit Innenschuhen oder Orthesen
💡 Gut zu wissen: Bereits ab Risikogruppe I haben Sie Anspruch auf eine Versorgung mit speziellen Diabetiker-Schutzschuhen. Sprechen Sie Ihren Arzt gezielt darauf an – viele Betroffene wissen gar nicht, dass ihnen diese Versorgung zusteht.
Warum Schuhe beim diabetischen Fuß so wichtig sind
Für gesunde Menschen sind Schuhe ein Gebrauchsgegenstand – vielleicht ein modisches Accessoire. Für Menschen mit diabetischem Fußsyndrom können sie über die Gesundheit der Füße entscheiden. Der Grund ist einfach: Wenn Sie Druckstellen, Reibung oder Fehlbelastungen nicht mehr spüren, brauchen Sie Schuhe, die diese Probleme von vornherein verhindern.
Ein ungeeigneter Schuh ist tatsächlich die häufigste Ursache für Verletzungen am diabetischen Fuß. Zu enge Schuhe, Nähte an der falschen Stelle, hartes Material – all das kann Druckstellen verursachen, die Sie nicht bemerken und die sich innerhalb weniger Tage zu einem offenen Geschwür (Ulkus) entwickeln.
Diabetiker-Schutzschuhe – der Basisschutz
Diabetiker-Schutzschuhe sind industriell gefertigte Schuhe, die speziell für die Bedürfnisse von Diabetikern entwickelt wurden. Sie unterscheiden sich in wichtigen Punkten von normalen Schuhen:
Weiches, nahtfreies oder nahtarmes Innenfutter
Ausreichend Platz für Zehen und Vorfuß – keine Druckstellen
Herausnehmbare Sohle für individuelle orthopädische Einlagen
Weiches, anpassungsfähiges Obermaterial
Versteifter Fersenbereich für sicheren Halt
Flexible, stoßdämpfende Sohle mit Abrollhilfe
Moderne Diabetiker-Schutzschuhe sehen längst nicht mehr „orthopädisch" aus – viele Modelle sind optisch kaum von normalen Freizeitschuhen zu unterscheiden. Bei Lettermann beraten wir Sie ausführlich und finden gemeinsam ein Modell, das zu Ihrem Alltag und Ihrem Stil passt.
Orthopädische Maßschuhe – wenn mehr nötig ist
Bei fortgeschrittenen Veränderungen – starken Fehlstellungen, nach Amputationen oder bei Charcot-Fuß – reichen Schutzschuhe allein oft nicht mehr aus. Dann kommen orthopädische Maßschuhe ins Spiel: individuell für Ihren Fuß gefertigte Schuhe, die exakt auf Ihre anatomischen Gegebenheiten abgestimmt sind.
Die Anfertigung eines Maßschuhs ist ein aufwendiger Prozess, der viel Erfahrung und handwerkliches Können erfordert. Am Anfang steht immer eine gründliche Vermessung Ihrer Füße – bei Lettermann nutzen wir dafür unter anderem die Fußdruckmessung (Pedographie) , um die Druckverteilung unter Ihrem Fuß exakt zu analysieren.
3 Fragen an Markus Schraven – Orthopädie-Schuhmachermeister bei Lettermann
Herr Schraven, was ist das Besondere an einem Maßschuh für den diabetischen Fuß?
„Jeder diabetische Fuß ist anders – da gibt es kein Schema F. Wir nehmen uns viel Zeit für die Anamnese und die Vermessung, schauen uns die Druckverteilung genau an, prüfen, wo besonders gefährdete Stellen sind. Daraus entsteht ein Leisten, also die Grundform des Schuhs, die exakt auf diesen einen Fuß zugeschnitten ist. Das Ziel ist immer: Den Druck so gleichmäßig wie möglich zu verteilen und gefährdete Bereiche vollständig zu entlasten. Das kann kein Konfektionsschuh leisten."
Worauf achten Sie bei der Materialauswahl besonders?
„Beim diabetischen Fuß verwenden wir sehr weiche, thermoverformbare Materialien im Innenbereich – sie passen sich der Fußform an und vermeiden Druckspitzen. Das Oberleder muss gleichzeitig weich und stabil sein, denn der Schuh soll schützen, ohne einzuengen. Nähte im Vorfußbereich vermeiden wir komplett oder polstern sie ab. Bei der Sohle achte ich auf eine gute Abrollhilfe und Stoßdämpfung, damit die Belastung beim Gehen sanft verteilt wird. Jedes Material wird bewusst ausgewählt – nichts ist Zufall."
Was raten Sie Betroffenen, die zum ersten Mal einen Maßschuh bekommen?
„Ich sage immer: Geben Sie dem Schuh eine ehrliche Chance. Ein Maßschuh fühlt sich am Anfang anders an als das, was man gewohnt ist – aber genau das ist ja der Sinn. Tragen Sie ihn zunächst stundenweise und steigern Sie die Tragedauer langsam. Und ganz wichtig: Kommen Sie regelmäßig zu den Kontrollterminen. Füße verändern sich, besonders beim Diabetes. Wir passen den Schuh dann an, damit er immer optimal sitzt. Lieber einmal mehr vorbeikommen als einmal zu wenig."
Diabetesadaptierte Fußbettungen (DAF)
Ob im Schutzschuh oder im Maßschuh – eine entscheidende Rolle spielt die Fußbettung . Diabetesadaptierte Fußbettungen sind individuell angefertigte Einlagen, die den Fuß weich betten und den Druck gleichmäßig verteilen. Anders als herkömmliche Einlagen werden DAF aus speziellen, druckentlastenden Materialien gefertigt und regelmäßig erneuert – denn sie nutzen sich schneller ab als normale Einlagen.
💡 Tipp: Diabetesadaptierte Fußbettungen sollten in der Regel alle sechs Monate erneuert werden. Pro Versorgungszeitraum stehen Ihnen in der Regel zwei Paar zu – achten Sie darauf, beide Paar regelmäßig tauschen zu lassen.
Die Rolle der Orthopädischen Schuhtechnik
Die Versorgung des diabetischen Fußes erfordert mehr als ein gutes Produkt – sie erfordert Fachwissen, Erfahrung und Sorgfalt . Bei Lettermann arbeiten in der orthopädischen Schuhtechnik erfahrene Orthopädie-Schuhmachermeister, die sich regelmäßig fortbilden und eng mit Ärzten und Wundmanagement-Fachkräften zusammenarbeiten.
Die Versorgung umfasst dabei deutlich mehr als die reine Schuhfertigung:
Ausführliche Anamnese – Ihre Krankengeschichte, Ihr Alltag und Ihre Wünsche fließen in die Planung ein
Fußvermessung und Pedographie – exakte Analyse der Druckverteilung und Fußform
Gipsabdruck oder 3D-Scan – als Grundlage für den individuellen Leisten
Anprobe und Feinjustierung – damit der Schuh wirklich passt
Regelmäßige Nachkontrollen – Anpassung bei veränderten Fußverhältnissen
Diese enge Begleitung ist entscheidend: Denn Füße verändern sich im Laufe einer Diabetes-Erkrankung. Schwellungen, neue Druckstellen oder fortschreitende Fehlstellungen erfordern eine kontinuierliche Anpassung der Versorgung.
Wundmanagement – wenn es doch passiert
Trotz aller Vorsorge kann es zu Wunden kommen. Das diabetische Fußsyndrom ist eine der häufigsten Ursachen für chronische Wunden. Hier ist schnelles, professionelles Handeln entscheidend: Denn eine kleine Druckstelle kann sich innerhalb weniger Tage zu einer tiefen, infizierten Wunde entwickeln.
Lettermann bietet im Bereich Wundmanagement eine spezialisierte Versorgung für chronische Wunden. Unsere geschulten Fachkräfte arbeiten eng mit Ärzten und Pflegediensten zusammen, um die bestmögliche Wundheilung zu ermöglichen. Dabei geht die Versorgung Hand in Hand mit der Schuhtechnik – denn solange der Auslöser nicht beseitigt wird, kann auch die beste Wundversorgung keine dauerhafte Heilung erreichen.
⚠️ Achtung: Versuchen Sie niemals, Wunden am diabetischen Fuß selbst zu behandeln – auch nicht mit frei verkäuflichen Wundpflastern oder Salben. Lassen Sie jede Verletzung ärztlich begutachten und professionell versorgen.
Fußpflege bei Diabetes – 10 Tipps für den Alltag
Neben der richtigen Schuhversorgung ist die tägliche Fußpflege ein wichtiger Baustein in der Prävention. Diese Tipps helfen Ihnen, Ihre Füße bestmöglich zu schützen:
Tägliche Inspektion: Schauen Sie sich Ihre Füße jeden Tag genau an – auch zwischen den Zehen und an den Fußsohlen. Nutzen Sie einen Spiegel oder bitten Sie Angehörige um Hilfe.
Waschen, nicht baden: Waschen Sie Ihre Füße täglich mit lauwarmem Wasser (maximal 37 °C – Thermometer verwenden!). Fußbäder von mehr als drei bis fünf Minuten weichen die Haut auf und machen sie anfällig.
Gründlich abtrocknen: Besonders die Zehenzwischenräume sorgfältig trocknen – Feuchtigkeit begünstigt Pilzinfektionen.
Eincremen: Verwenden Sie harnstoffhaltige Cremes (5–10 % Urea) für geschmeidige Haut. Nicht zwischen den Zehen cremen – dort soll es trocken bleiben.
Nägel richtig kürzen: Nägel gerade feilen (nicht schneiden!), Ecken leicht abrunden. Bei verdickten oder eingewachsenen Nägeln: zum Podologen.
Keine Barfußläufer: Tragen Sie auch in der Wohnung feste, geschlossene Schuhe oder spezielle Hausschuhe – nie barfuß, auch nicht am Strand.
Strümpfe ohne Nähte: Spezielle Diabetiker-Strümpfe haben keine störenden Nähte und schnüren nicht ein. Täglich wechseln.
Keine Wärmflaschen oder Heizkissen: Bei verminderter Sensibilität sind Verbrennungen eine echte Gefahr – verwenden Sie lieber warme Socken.
Hornhaut nicht selbst entfernen: Keine Hornhauthobel, Rasierklingen oder ätzende Mittel. Bimsstein vorsichtig verwenden oder professionelle Fußpflege nutzen.
Regelmäßig zum Podologen: Medizinische Fußpflege durch einen Podologen kann vom Arzt verordnet werden und wird bei Diabetes von der Kasse übernommen.
💡 Tipp für Angehörige: Viele Diabetiker können ihre Füße aufgrund eingeschränkter Beweglichkeit oder Sehkraft nicht selbst kontrollieren. Bieten Sie Ihrem Angehörigen an, die tägliche Fußinspektion zu übernehmen – das ist ein wertvoller Beitrag zur Prävention.
Kostenübernahme – das steht Ihnen zu
Die gute Nachricht: Die Versorgung mit Diabetiker-Schutzschuhen, Maßschuhen und diabetesadaptierten Fußbettungen ist eine Kassenleistung . Sie benötigen dafür eine ärztliche Verordnung – in der Regel vom Diabetologen, Hausarzt oder einem Arzt an einer Fußambulanz.
Was wird übernommen?
Diabetiker-Schutzschuhe: In der Regel ein Paar pro Jahr, bei medizinischer Begründung auch häufiger
Orthopädische Maßschuhe: Ein Paar alle zwei Jahre, bei Bedarf mit Zweitpaar
Diabetesadaptierte Fußbettungen: Zwei Paar pro Versorgungszeitraum, Erneuerung in der Regel halbjährlich
Schuhzurichtungen: Anpassungen wie Abrollhilfen, Pufferabsätze oder Sohlenversteifungen
Als Versicherter zahlen Sie die gesetzliche Zuzahlung – in der Regel 10 Prozent des Abgabepreises, mindestens 5 und maximal 10 Euro pro Hilfsmittel. In unserem Ratgeber zur Zuzahlung bei Hilfsmitteln erfahren Sie, was Sie tatsächlich zahlen müssen und wann Sie sich befreien lassen können.
Grundsätzliche Informationen zum Ablauf einer Hilfsmittelversorgung finden Sie auch in unserem Artikel Hilfsmittel auf Rezept – was Ihnen zusteht und wie Sie es bekommen .
💡 Unser Service: Wir bei Lettermann übernehmen die komplette Abwicklung mit Ihrer Krankenkasse – von der Genehmigung bis zur Abrechnung. Bringen Sie einfach Ihr Rezept mit, wir kümmern uns um den Rest.
Begleitversorgung – woran Sie noch denken sollten
Der diabetische Fuß betrifft selten nur die Füße. Diabetes wirkt sich auf den gesamten Körper aus, und eine ganzheitliche Versorgung berücksichtigt auch die Begleiterscheinungen:
Regelmäßige Kontrolle – der Schlüssel zur Prävention
Die beste Schuhversorgung nutzt wenig, wenn sie nicht regelmäßig überprüft wird. Vereinbaren Sie feste Kontrolltermine:
Beim Arzt: Mindestens einmal jährlich eine umfassende Fußuntersuchung, bei höherem Risiko alle drei bis sechs Monate
Beim Orthopädie-Schuhmacher: Kontrolle der Schuhe und Einlagen alle sechs Monate – früher, wenn sich Ihre Füße verändert haben
Beim Podologen: Regelmäßige professionelle Fußpflege, Frequenz nach ärztlicher Empfehlung
Selbstkontrolle: Tägliche Inspektion der Füße und der Schuhe (Fremdkörper, Druckstellen im Futter, abgelaufene Sohlen)
Für eine umfassende Beratung zum diabetischen Fuß stehen wir Ihnen an unseren Standorten am Niederrhein zur Verfügung. Vereinbaren Sie gerne einen Termin – telefonisch oder über unser Kontaktformular .
Zusammengefasst: Der diabetische Fuß ist eine ernste, aber gut behandelbare Folgeerkrankung des Diabetes. Mit der richtigen Schuhversorgung, konsequenter Fußpflege und regelmäßigen Kontrollen können Sie Komplikationen wirksam vorbeugen – und Ihre Mobilität und Lebensqualität erhalten. Wir bei Lettermann begleiten Sie dabei mit Erfahrung, Fachwissen und persönlicher Beratung.
Häufige Fragen zum diabetischen Fuß
Was ist der Unterschied zwischen Diabetiker-Schutzschuhen und orthopädischen Maßschuhen?
Diabetiker-Schutzschuhe sind industriell gefertigte Spezialschuhe mit weichem Innenfutter, ausreichend Platz und herausnehmbarer Sohle für individuelle Einlagen. Sie eignen sich für die Risikogruppen I und II. Orthopädische Maßschuhe werden komplett individuell auf Ihren Fuß gefertigt – mit eigenem Leisten, speziell ausgewählten Materialien und exakter Druckentlastung. Sie kommen bei fortgeschrittenen Veränderungen zum Einsatz, etwa bei Charcot-Fuß, nach Amputationen oder bei Risikogruppe III. Welche Versorgung für Sie richtig ist, hängt von Ihrer Risikoklasse ab und wird ärztlich verordnet.
Übernimmt die Krankenkasse die Kosten für Diabetiker-Schuhe?
Ja, sowohl Diabetiker-Schutzschuhe als auch orthopädische Maßschuhe und diabetesadaptierte Fußbettungen sind Kassenleistungen. Sie benötigen eine ärztliche Verordnung. Als Versicherter zahlen Sie lediglich die gesetzliche Zuzahlung von maximal 10 Euro pro Hilfsmittel. Bei Lettermann übernehmen wir die gesamte Abwicklung mit Ihrer Krankenkasse – Sie bringen Ihr Rezept mit, wir kümmern uns um Genehmigung und Abrechnung.
Wie oft sollte ich meine Füße kontrollieren lassen?
Das hängt von Ihrer Risikoklasse ab: Bei Risikogruppe 0 reicht eine jährliche ärztliche Kontrolle. Ab Risikogruppe I empfehlen Fachgesellschaften Kontrollen alle drei bis sechs Monate – sowohl beim Arzt als auch beim Orthopädie-Schuhmacher. Unabhängig davon sollten Sie Ihre Füße täglich selbst inspizieren : Schauen Sie nach Rötungen, Druckstellen, Rissen, Blasen oder Verfärbungen. Bei Auffälligkeiten sofort zum Arzt.
Darf ich mit diabetischem Fuß normale Schuhe tragen?
Ab Risikogruppe I wird dringend davon abgeraten, normale Konfektionsschuhe zu tragen. Handelsübliche Schuhe bieten in der Regel nicht genug Platz, haben störende Innennähte und keine Möglichkeit für spezielle Einlagen. Selbst Schuhe, die sich „bequem anfühlen", können problematisch sein – denn bei Polyneuropathie ist Ihr Schmerzempfinden eingeschränkt, und Sie bemerken Druckstellen nicht mehr rechtzeitig. Tragen Sie durchgehend Ihre verordneten Spezialschuhe, auch in der Wohnung.
Was ist eine Fußdruckmessung und wozu brauche ich die?
Die Fußdruckmessung (Pedographie) ist ein diagnostisches Verfahren, bei dem Sie über eine Messplatte gehen. Sensoren erfassen dabei, wie sich der Druck unter Ihrem Fuß beim Stehen und Gehen verteilt. So werden Überbelastungen sichtbar, die mit bloßem Auge nicht erkennbar sind. Für die Fertigung von Einlagen und Maßschuhen ist die Pedographie ein wichtiges Werkzeug, um die Versorgung exakt auf Ihre Bedürfnisse abzustimmen.
Kann der diabetische Fuß auch jüngere Menschen betreffen?
Ja. Obwohl das diabetische Fußsyndrom häufiger bei älteren Patienten mit langjährigem Diabetes auftritt, können auch jüngere Menschen betroffen sein – insbesondere bei schlecht eingestelltem Blutzucker oder bei Typ-1-Diabetes mit frühem Krankheitsbeginn. Entscheidend ist nicht das Alter, sondern die Dauer und Qualität der Blutzuckereinstellung. Auch jüngere Diabetiker sollten daher frühzeitig auf ihre Fußgesundheit achten und regelmäßige Kontrollen wahrnehmen.