Arthrose in der Hand – Was hilft und welche Orthesen den Alltag erleichtern
20.07.2026 07:00
Die Kaffeetasse festhalten, einen Knopf schließen, den Schlüssel im Schloss drehen – für gesunde Hände sind das Selbstverständlichkeiten. Doch wenn Arthrose die Finger- oder Daumengelenke befällt, werden genau diese alltäglichen Handgriffe zur schmerzhaften Herausforderung. In Deutschland leiden Millionen Menschen unter Arthroseerkrankungen , und die Hand ist dabei besonders häufig betroffen.
Die gute Nachricht: Sie müssen die Schmerzen nicht einfach hinnehmen. Moderne Orthesen – insbesondere die innovativen Lettermann Propriozeptiven Orthesen (LPO) – können Ihre Lebensqualität spürbar verbessern. In diesem Ratgeber erfahren Sie alles über Ursachen, Symptome und Therapiemöglichkeiten bei Handarthrose.
Was ist Arthrose in der Hand?
Arthrose ist eine degenerative Gelenkerkrankung, bei der sich der schützende Knorpel zwischen den Knochen nach und nach abbaut. An der Hand unterscheiden Mediziner mehrere Formen:
● Rhizarthrose – Arthrose im Daumensattelgelenk. Sie ist die häufigste Form der Handarthrose und betrifft vor allem Frauen ab 50.
● Heberden-Arthrose – Befall der Fingerendgelenke, oft erkennbar an knotigen Verdickungen (Heberden-Knoten).
● Bouchard-Arthrose – Arthrose der Fingermittelgelenke, seltener als Heberden, aber ebenso einschränkend.
● Handgelenkarthrose – Verschleiß im Handgelenk, häufig als Folge früherer Verletzungen oder Brüche.
Allen Formen gemeinsam ist: Der Knorpel wird dünner, die Knochen reiben aufeinander, es kommt zu Entzündungen, Schwellungen und Schmerzen. Im fortgeschrittenen Stadium können sich die Gelenke verformen und versteifen.
Symptome – Woran erkennen Sie Handarthrose?
Handarthrose entwickelt sich meist schleichend. Viele Betroffene bemerken die ersten Anzeichen zunächst gar nicht oder schreiben sie dem Alter zu. Achten Sie auf folgende Warnsignale:
Frühe Symptome
Anlaufschmerzen – Steifigkeit und Schmerzen am Morgen oder nach Ruhephasen, die sich nach einigen Minuten bessern
Belastungsschmerzen – Schmerzen beim Greifen, Drehen oder Drücken
Kraftverlust – Gläser lassen sich schwerer öffnen, der Griff wird unsicher
Schwellungen – Gelegentliches Anschwellen einzelner Gelenke
Fortgeschrittene Symptome
Dauerschmerzen – Auch in Ruhe und nachts
Knotenbildung – Sichtbare Verdickungen an den Fingergelenken
Bewegungseinschränkung – Die Faust lässt sich nicht mehr richtig schließen
Fehlstellungen – Sichtbare Achsenabweichungen der Finger oder des Daumens
⚠️ Wichtig: Je früher Handarthrose erkannt wird, desto besser lässt sich der Verlauf bremsen. Wenn Sie regelmäßig Schmerzen oder Steifigkeit in den Händen bemerken, sollten Sie zeitnah einen Arzt aufsuchen.
Diagnose – Wie wird Handarthrose festgestellt?
Die Diagnose beginnt in der Regel beim Hausarzt oder Orthopäden. Im Gespräch (Anamnese) fragt der Arzt nach Ihren Beschwerden, deren Dauer und den Situationen, in denen Schmerzen auftreten. Anschließend folgt eine körperliche Untersuchung der Hände – der Arzt tastet die Gelenke ab, prüft die Beweglichkeit und sucht nach Schwellungen oder Knotenbildungen.
Zur Sicherung der Diagnose kommen bildgebende Verfahren zum Einsatz:
Röntgen – Zeigt Gelenkspaltverschmälerung, Knochenwucherungen (Osteophyten) und Fehlstellungen
Ultraschall – Kann Entzündungen und Ergüsse sichtbar machen
MRT – Bei unklaren Befunden oder zur genaueren Beurteilung des Knorpelzustands
Eine Blutuntersuchung hilft, entzündliche Erkrankungen wie rheumatoide Arthritis abzugrenzen – denn die Therapie unterscheidet sich grundlegend.
Konservative Therapie – Was hilft ohne Operation?
Bei Arthrose steht die konservative Therapie an erster Stelle. Eine Operation wird erst erwogen, wenn alle anderen Maßnahmen ausgeschöpft sind. Die wichtigsten Bausteine:
Ergotherapie und Handübungen
Gezielte Übungen erhalten die Beweglichkeit und stärken die Muskulatur rund um die betroffenen Gelenke. Ein Ergotherapeut zeigt Ihnen Techniken, wie Sie alltägliche Handgriffe gelenkschonend ausführen können.
Wärme- und Kältetherapie
Warme Handbäder oder Paraffin-Packungen lindern chronische Schmerzen und lockern steife Gelenke. Bei akuten Entzündungen mit Schwellung und Rötung hilft dagegen Kälte.
Medikamente
Schmerzlindernde Salben (z. B. mit Diclofenac) können lokal aufgetragen werden. Bei stärkeren Beschwerden kommen entzündungshemmende Medikamente (NSAR) zum Einsatz. Kortisoninjektionen direkt ins Gelenk verschaffen bei akuten Schüben kurzfristige Linderung.
Hilfsmittel und Orthesen
Hier kommt ein entscheidender Therapiebaustein ins Spiel: Orthesen für Arm und Hand stabilisieren die betroffenen Gelenke, reduzieren Schmerzen und ermöglichen trotzdem Bewegung. Gerade bei Handarthrose können die richtigen Orthesen den Unterschied ausmachen zwischen „Ich kann das nicht mehr" und „Das geht wieder".
💡 Tipp: Ein ganzheitlicher Ansatz kombiniert mehrere Therapiebausteine. Orthesen entfalten ihre volle Wirkung besonders in Verbindung mit regelmäßigen Übungen und einer angepassten Belastung im Alltag.
Lettermann LPO-Orthesen – Propriozeptive Innovation für Ihre Hände
Im Arthrosekompetenzzentrum von Lettermann verfolgen wir einen besonderen Ansatz: Die Lettermann Propriozeptiven Orthesen (LPO) nutzen das Prinzip der Propriozeption – also die Tiefenwahrnehmung des Körpers –, um Gelenke nicht nur mechanisch zu stabilisieren, sondern die körpereigene Gelenkführung aktiv zu unterstützen.
Das Besondere: LPO-Orthesen arbeiten mit Ihrem Körper, nicht gegen ihn. Statt ein Gelenk einfach ruhigzustellen, geben sie gezielte sensorische Impulse an die Gelenkrezeptoren. So verbessert sich die Gelenkwahrnehmung, Fehlbelastungen werden reduziert und die Muskulatur kann wieder koordinierter arbeiten.
LPO Rhiz – Speziell bei Rhizarthrose
Die LPO Rhiz wurde gezielt für die häufigste Form der Handarthrose entwickelt: die Rhizarthrose. Sie stabilisiert das Daumensattelgelenk, ohne die Greiffunktion des Daumens einzuschränken. Das bedeutet: Sie können weiterhin zugreifen, halten und arbeiten – nur eben ohne Schmerzen.
Im Vergleich zu herkömmlichen Rhizorthesen bietet die LPO Rhiz den Vorteil der propriozeptiven Wirkung: Sie trainiert das Gelenk gewissermaßen mit, statt es passiv zu schienen.
LPO Spiral – Für die Finger
Bei Heberden- oder Bouchard-Arthrose sind die Fingergelenke betroffen. Die LPO Spiral umschließt den betroffenen Finger spiralförmig und gibt dadurch gezielte propriozeptive Impulse an die Fingergelenke ab. Trotz der Stabilisierung bleibt die Fingerbeweglichkeit weitgehend erhalten – ein großer Pluspunkt im Alltag.
LPO Volares – Stabilität fürs Handgelenk
Die LPO Volares richtet sich an Patienten mit Handgelenkarthrose oder Instabilitäten im Handgelenk. Sie bietet Stabilisierung von der Handinnenseite (volar) und eignet sich auch bei Begleiterkrankungen wie Polyneuropathie , bei denen die Tiefensensibilität ohnehin eingeschränkt ist. Ergänzend dazu können Handgelenkbandagen für leichtere Beschwerden eine sinnvolle Option sein.
LPO Audo – Daumenversorgung mit propriozeptivem Plus
Die LPO Audo ist eine weitere Orthesenlösung für den Daumen, die durch ihr propriozeptives Konzept überzeugt. Sie eignet sich besonders, wenn neben der Rhizarthrose auch die Daumengrundgelenke betroffen sind und eine umfassendere Versorgung benötigt wird.
💡 Gut zu wissen: Alle LPO-Orthesen werden individuell an Ihre Hand angepasst. Kein Gelenk ist wie das andere – und genau deshalb ist die individuelle Versorgung im Arthrosekompetenzzentrum so wichtig.
Weitere Hilfsmittel bei Handarthrose
Neben den LPO-Orthesen gibt es weitere Hilfsmittel, die je nach Schweregrad und Lokalisation der Arthrose zum Einsatz kommen:
Silikon-Orthesen – Besonders weich und hautfreundlich, ideal für druckempfindliche Gelenke und als Nachtschiene
Rhizorthesen – Klassische Stabilisierung des Daumensattelgelenks, auch als Zweitversorgung sinnvoll
Handgelenkbandagen – Leichte Kompression und Wärme bei milderen Beschwerden im Handgelenkbereich
Bandagen – Unterstützend bei leichten Beschwerden, oft als Einstieg in die Versorgung
Welches Hilfsmittel das richtige für Sie ist, hängt von vielen Faktoren ab: Welche Gelenke sind betroffen? Wie stark ist der Verschleiß? Welche Tätigkeiten sind Ihnen im Alltag besonders wichtig? Im persönlichen Beratungsgespräch bei Lettermann klären wir genau das – und finden die optimale Versorgung für Ihre Situation.
3 Fragen an unseren Experten
3 Fragen an Thomas Gottschalk – Orthopädie-Techniker und Schlaganfallexperte bei Lettermann
Herr Gottschalk, was erleben Sie in der Beratung am häufigsten, wenn Patienten mit Handarthrose zu Ihnen kommen?
Viele Patienten kommen erst, wenn die Schmerzen den Alltag wirklich stark einschränken – wenn etwa der Griff zur Kaffeetasse morgens kaum noch möglich ist. Dabei lässt sich gerade im früheren Stadium viel erreichen. Was ich oft höre: „Ich wusste gar nicht, dass es so etwas gibt." Die meisten kennen Knieorthesen, aber dass es für die Hand hochspezialisierte Lösungen wie die LPO-Orthesen gibt, überrascht viele positiv.
Was unterscheidet die LPO-Orthesen von herkömmlichen Handorthesen?
Klassische Orthesen immobilisieren – sie legen das Gelenk still. Das kann kurzfristig sinnvoll sein, auf Dauer aber zu Muskelabbau und weiterer Versteifung führen. Unsere LPO-Orthesen arbeiten propriozeptiv: Sie geben dem Gelenk Rückmeldung, verbessern die Körperwahrnehmung und unterstützen die natürliche Gelenkführung. Die Patienten merken schnell, dass sie trotz Orthese greifen und arbeiten können – und dabei deutlich weniger Schmerzen haben.
Was empfehlen Sie Patienten, die gerade erst die Diagnose Handarthrose erhalten haben?
Nicht abwarten, sondern aktiv werden. Lassen Sie sich individuell beraten – am besten in einem spezialisierten Zentrum, das verschiedene Versorgungsmöglichkeiten kennt und anbieten kann. Jede Hand ist anders, und eine Lösung von der Stange passt selten. Bei uns im Arthrosekompetenzzentrum nehmen wir uns die Zeit, Ihre Hände genau anzuschauen, die Belastungssituation zu verstehen und dann die beste Kombination aus Orthesen, Übungen und Alltagshilfen zusammenzustellen.
Das Arthrosekompetenzzentrum bei Lettermann
Als Sanitätshaus mit 9 Standorten am Niederrhein bieten wir Ihnen im Arthrosekompetenzzentrum eine umfassende Versorgung aus einer Hand. Unsere spezialisierten Orthopädie-Techniker und Berater sind auf Arthrose geschult und kennen die neuesten Versorgungsmöglichkeiten.
Was Sie bei uns erwartet:
Ausführliche Beratung und Begutachtung Ihrer Hände
Individuelle Auswahl der passenden Orthese – von LPO-Orthesen über Silikon-Orthesen bis hin zu Bandagen
Präzise Anpassung und Nachkontrolle
Hilfe bei der Rezeptabwicklung und Kostenübernahme
Langfristige Begleitung bei Veränderung der Beschwerden
Kostenübernahme – Wer zahlt die Orthese?
Orthesen und Bandagen bei Arthrose sind in der Regel Hilfsmittel auf Rezept . Das bedeutet: Ihr Arzt stellt eine Verordnung aus, und die gesetzliche Krankenkasse übernimmt den Großteil der Kosten.
Für gesetzlich Versicherte fällt in der Regel nur die gesetzliche Zuzahlung an – in der Regel 10 % des Abgabepreises, mindestens 5 Euro und maximal 10 Euro pro Hilfsmittel. Privatversicherte sollten vorab ihre Tarifbedingungen prüfen, da die Erstattung je nach Versicherungsvertrag variiert.
Alltag mit Handarthrose – Praktische Tipps
Neben der medizinischen Versorgung können Sie selbst viel tun, um Ihre Hände zu entlasten:
Gelenkschonend greifen – Nutzen Sie die ganze Hand statt einzelner Finger. Verteilen Sie Lasten gleichmäßig.
Hilfsmittel im Haushalt – Verdickte Griffe an Besteck, elektrische Dosenöffner und ergonomische Küchenwerkzeuge entlasten die Gelenke erheblich.
Regelmäßige Bewegung – Sanfte Fingerübungen (z. B. Kneten von weichem Therapiematerial) erhalten die Beweglichkeit.
Wärme nutzen – Warme Handbäder am Morgen helfen gegen Anlaufsteifigkeit.
Pausen einlegen – Bei eintönigen Handarbeiten (Tippen, Gartenarbeit) regelmäßig Pausen machen und die Hände lockern.
Übergewicht reduzieren – Auch wenn Hände keine gewichttragenden Gelenke sind, fördert Übergewicht entzündliche Prozesse im Körper, die Arthrose verschlimmern können.
⚠️ Achtung: Vermeiden Sie bei Arthrose dauerhaftes starkes Greifen oder Drehen unter Last – etwa das Auswringen nasser Tücher oder das Öffnen fest verschlossener Gläser mit reiner Handkraft. Solche Belastungen beschleunigen den Verschleiß.
Wann sollten Sie zum Arzt?
Grundsätzlich gilt: Lieber einmal zu früh als einmal zu spät. Suchen Sie ärztlichen Rat, wenn:
Schmerzen in den Fingergelenken oder im Daumen länger als zwei Wochen anhalten
Die Morgensteifigkeit der Hände regelmäßig auftritt
Sie Knoten oder Verdickungen an den Fingergelenken bemerken
Die Griffkraft spürbar nachlässt
Alltagstätigkeiten zunehmend schwerfallen
Mit einer ärztlichen Verordnung können Sie sich direkt bei uns im Sanitätshaus beraten und versorgen lassen. Nehmen Sie Kontakt mit uns auf – wir sind an 9 Standorten am Niederrhein für Sie da.
Häufige Fragen zu Arthrose in der Hand
Was ist der Unterschied zwischen Arthrose und Arthritis in der Hand?
Arthrose ist eine degenerative Erkrankung durch Knorpelverschleiß – also ein „mechanisches" Problem, das sich über Jahre entwickelt. Arthritis hingegen ist eine entzündliche Gelenkerkrankung (z. B. rheumatoide Arthritis), bei der das Immunsystem die Gelenke angreift. Die Symptome können sich ähneln, die Behandlung unterscheidet sich jedoch grundlegend. Eine ärztliche Diagnostik – oft mit Blutuntersuchung – schafft Klarheit.
Kann Arthrose in der Hand geheilt werden?
Eine vollständige Heilung ist nach aktuellem Stand der Medizin nicht möglich, da sich abgebauter Knorpel nicht regeneriert. Allerdings lässt sich der Verlauf deutlich verlangsamen und die Lebensqualität erheblich verbessern – durch die richtige Kombination aus Orthesen, Bewegungstherapie und gelenkschonenden Verhaltensweisen. Mehr über den Umgang mit Arthroseerkrankungen erfahren Sie auf unserer Informationsseite.
Welche Orthese ist bei Rhizarthrose die beste?
Das hängt vom Stadium und Ihren Alltagsanforderungen ab. Die LPO Rhiz bietet den Vorteil, dass sie propriozeptiv arbeitet und die Daumenfunction erhält. Klassische Rhizorthesen können als Ergänzung sinnvoll sein, etwa als Nachtschiene. Eine individuelle Beratung im Arthrosekompetenzzentrum hilft Ihnen, die optimale Lösung zu finden.
Werden Orthesen bei Handarthrose von der Krankenkasse bezahlt?
Ja, in aller Regel. Orthesen sind anerkannte Hilfsmittel und werden bei ärztlicher Verordnung von den gesetzlichen Krankenkassen übernommen. Sie zahlen nur die gesetzliche Zuzahlung. Alle Details finden Sie in unserem Ratgeber zum Thema Hilfsmittel auf Rezept .
Wie lange muss ich eine Handorthese tragen?
Das hängt von der Art der Orthese und Ihren Beschwerden ab. Manche Patienten tragen ihre LPO-Orthese tagsüber bei belastenden Tätigkeiten, andere nutzen sie ganztägig oder als Nachtschiene. Ihr Orthopädie-Techniker erstellt gemeinsam mit Ihnen einen individuellen Trageplan, der zu Ihrem Alltag passt.
Kann ich mit einer Handorthese noch arbeiten?
Ja – das ist sogar ein zentrales Ziel der Versorgung. Insbesondere die LPO-Orthesen sind so konzipiert, dass die Greiffunktion erhalten bleibt. Viele Patienten berichten, dass sie mit Orthese sogar besser arbeiten können als ohne, weil die Schmerzen nachlassen und der Griff sicherer wird.